Ein Awareness-Konzept beantwortet die Fragen, die man um drei Uhr nachts nicht mehr klären kann. Wir schreiben es nicht für euch, sondern mit euch — sonst trägt es nicht.
Warum ein Konzept
Die meisten Veranstaltenden, die uns anfragen, haben bereits eine Haltung. Was fehlt, ist die Übersetzung dieser Haltung in Zuständigkeiten: Wer geht mit, wenn jemand nicht allein nach Hause will? Wer entscheidet über einen Verweis, wenn die Person zum Kollektiv gehört? Welcher Raum ist der ruhige Raum, und wer hat den Schlüssel?
Solange diese Fragen offen sind, entscheidet im Zweifel die Person, die zufällig danebensteht — und trägt die Verantwortung allein. Ein Konzept nimmt ihr diese Last ab.
Was am Ende in eurem Konzept steht
- Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Erkennbarkeit des Teams
- Räume: Rückzugsort, Wege, Beleuchtung, Zugänglichkeit
- Ablauf bei einem Vorfall — Schritt für Schritt, auch für den Fall, dass die beschuldigte Person dazugehört
- Kommunikation nach außen: Aushang, Website, Ansage, Ticketbestätigung
- Umgang mit Dokumentation und Datenschutz
- Schulungsstand des Teams und wann nachgeschult wird
- Nachbereitung und Rückführung in die Struktur
- Die Grenzen des Konzepts — und wer dann übernimmt
Wie wir arbeiten
Wir fangen mit dem an, was da ist. In den meisten Häusern existieren bereits Regeln, sie stehen nur an fünf Stellen und widersprechen sich an zweien. Wir sichten, fragen nach und protokollieren die Fälle, die schon passiert sind — die sind der beste Prüfstein für jeden Entwurf.
Danach entsteht ein Entwurf, den ihr ändert. Wir schicken keine fertigen Konzepte: Ein Papier, das niemand aus eurem Team geschrieben hat, liest im Ernstfall auch niemand.
Auf Wunsch begleiten wir die erste Veranstaltung nach Inkrafttreten und schauen, wo das Konzept in der Praxis hakt.
So läuft es ab
- Erstgespräch — Rund eine Stunde, kostenlos. Was habt ihr, was fehlt, was ist passiert.
- Sichtung — Wir lesen, was es schon gibt — Hausordnung, Leitbild, interne Absprachen.
- Workshop — Ein halber bis ganzer Tag mit den Menschen, die es später tragen müssen.
- Entwurf — Wir schreiben auf, was ihr entschieden habt. Ihr redigiert.
- Begleitung — Optional: die erste Veranstaltung nach Inkrafttreten, mit Nachgespräch.
Für wen
- Clubs und Veranstaltungsorte
- Festivals und Veranstaltungsreihen
- Vereine, Verbände und Jugendarbeit
- Hochschulen und Fachschaften
- Kommunen und Verwaltungen
- Parteien und Gewerkschaften
Häufige Fragen
Von der ersten Anfrage bis zum fertigen Papier vergehen meist sechs bis zehn Wochen. Der größte Teil davon ist eure Abstimmungszeit, nicht unsere Arbeit.
Wir bringen eine Struktur mit, keine ausgefüllte Vorlage. Fertige Konzepte von der Stange scheitern an genau den Stellen, an denen es darauf ankommt — den Zuständigkeiten in eurem Haus.
Nein. Ein Konzept beschreibt, was passieren soll; eine Schulung macht die Menschen handlungsfähig, die es umsetzen. Wir empfehlen beides und rechnen es getrennt ab, damit ihr planen könnt.
Ja. Gerade dort ist die Arbeit an Dienstwegen und Beschwerdeverfahren ein eigener Teil des Konzepts — und der Grund, warum Vorlagen aus der Clubkultur dort nicht funktionieren.

